Dänemark

Dividende von Novo Nordisk bekommen? Wie du die dänische Quellensteuer zurückholst

Wer sich bei der Kursschwäche Novo Nordisk-Aktien geschnappt hat und nun sogar seine erste Dividenden kassiert hat, freut sich zu Recht – zumindest kurz. Denn wer die Original-Aktien hält (nicht die ADRs), wird schnell feststellen: Die dänische Quellensteuer ist kein Zuckerschlecken. Wie du sie dir zurückholen kannst, erklären wir dir Schritt für Schritt – in einfacher Sprache.

27 % Steuer auf die Original-Aktie

Du hast dir Novo Nordisk B ins Depot gelegt – also die echte Aktie aus Dänemark, nicht das amerikanische Hinterlegungspapier (ADR)? Dann hast du vielleicht gerade deine allererste Dividende bekommen. Glückwunsch! Aber der Blick aufs Konto war dann doch eher so: „Hä? Das sollte doch mehr sein?“

Tja, willkommen bei den Quellensteuern.

Dänemark zieht dir nämlich erst mal 27 % Quellensteuer direkt von deiner Dividende ab. Und damit nicht genug: Was dann noch übrig bleibt, interessiert das deutsche Finanzamt nämlich sehr. Denn auf diese Netto-Dividende haut es nochmal 26,375 % Abgeltungssteuer drauf – Soli inklusive. Zumindest wenn dein Freibetrag schon erschöpfst ist. Je nach Situation sogar noch Kirchensteuer dazu. Da bleibt dir am Ende oft nicht mal die Hälfte der eigentlich angekündigten Auszahlung.

Das ist besonders bitter, wenn du dir die Aktie genau wegen der regelmäßigen Dividenden und der fetten Steigerung ins Depot gelegt hast.

Warum wird doppelt kassiert?

Ganz einfach: Dänemark behält mehr ein, als es laut Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland sollte. 15 % wären erlaubt, 27 % werden einbehalten. Die zu viel gezahlten 12 Prozentpunkte kannst du dir zwar zurückholen – aber eben nur, wenn du selbst aktiv wirst. Genauso läuft das übrigens bei französischen Aktien wie L’Oréal oder TotalEnergies, und auch bei echten Schweizer Titeln wie Nestlé, die ab Mai 2025 auch wieder in der EU gehandelt werden können. Alles kein Hexenwerk – aber man muss wissen, wie es geht.

So funktioniert die Rückerstattung

Die dänische Steuerbehörde SKAT bietet ein Online-Portal für den Antrag auf Rückerstattung. Das ist sogar recht übersichtlich aufgebaut – aber eben nur auf Englisch oder Dänisch. Das bestätigt auch die Sydbank Deutschland mit Sitz in Flensburg auf ihrer Website. Wer kein Englisch kann, muss sich also ein bisschen durchwurschteln. Der Google-Übersetzer wirkt da aber wahre Wunder, habe ich festgestellt.

Den Antrag hab ich dir schonmal rausgesucht:
https://udbytterefusion.skat.dk/SelfService/submission/submit/SKATRefusion

Dort kannst du als Privatanleger bis zu 20 Dividendenzahlungen pro Antrag eintragen. Wichtig: Jeder Antrag gilt immer nur für dich als einzelne Person – also kein Sammelkram für Freunde oder Familie. In meinem Fall muss ich das auch zwei Mal machen.

Was du brauchst

Bevor du loslegst, solltest du ein paar Dinge zusammensuchen:

Antrag ausfüllen – Schritt für Schritt

Dann gehst du auf das oben genannte Portal, klickst dich durch das Formular, lädst alle Belege hoch und schickst das Ganze ab. Du bekommst eine Bestätigungsnummer – damit kannst du später mal nachfragen, falls sich lange nichts tut.

Und das mit dem lange nichts tun ist leider keine Übertreibung: Auf der offiziellen Seite von SKAT steht ganz offen, dass es dauern kann. Wegen vieler Betrugsfälle vor 2015 wird mittlerweile ganz genau hingeschaut. Teilweise dauert die Bearbeitung über 6 Monate – mit etwas Pech sogar über ein Jahr. Aber: Wenn’s wirklich so lange dauert, muss Dänemark dir Zinsen zahlen. Steht so im Gesetz (§ 69 B kildeskatteloven). Tipp: Solltest du dir auch übersetzen lassen, wenn du es mir nicht glaubst. Die Auszahlung passiert übigens automatisch.

Und lohnt sich das?

Wenn du nur zwei, drei Aktien im Depot hast – vermutlich nicht. Wenn du aber regelmäßig Dividenden aus Dänemark kassierst oder gleich mehrere hundert Euro brutto bekommst, dann kann sich das lohnen. Vor allem, wenn du den Kram einmal gemacht hast – dann weißt du beim nächsten Mal, wie es geht.