Warum Dividenden?

Die Wahrheit über Dividenden: Langfristige Sicherheit oder verpasste Chancen?

Dividendenaktien haben ihren ganz eigenen Reiz. Während spekulative Wachstumswerte von ihren möglichen Zukunftsaussichten leben, versprechen dividendenstarke Unternehmen ein solides, vorhersehbares Einkommen. Doch wer denkt, mit Dividendenaktien werde man schnell reich, der irrt. Tatsächlich ist es ein Spiel der Geduld – ein langfristiger Plan, der nicht nur von Steuern und Börsenschwankungen beeinflusst wird, sondern auch von der Frage, wie die Welt in Zukunft Aktiengewinne behandelt. Es gibt Vor- und Nachteile, die jeder Anleger kennen sollte, bevor er sich auf den Pfad des passiven Einkommens begibt.

Der langsame Reichtum – Warum Dividendenaktien Geduld erfordern

Wer in Dividendenaktien investiert, darf keine schnellen Gewinne erwarten. Das ist der erste und wichtigste Punkt. Während spekulative Wachstumsaktien mit rasant steigenden Kursen aufwarten können, sind klassische Value-Werte – also Unternehmen mit etablierten Geschäftsmodellen und soliden Ausschüttungen – weitaus gemäßigter unterwegs.

Eine Microsoft oder eine Apple in den 1990ern? Da war nichts mit Dividende. Diese Unternehmen haben zunächst ihr Kapital ins Wachstum gesteckt. Erst in einem späteren Stadium, als die Geschäftsmodelle gesättigt waren und nicht mehr jeder Cent in die Expansion fließen musste, fingen sie an, Gewinne an ihre Anleger weiterzugeben. Dividendenaktien sind in dieser Hinsicht eher mit einem langsam wachsenden Baum zu vergleichen: Es dauert, bis man seine Ernte einfährt, aber wenn er einmal groß ist, gibt es eine regelmäßige Ernte.

Ein aktuelles Beispiel dafür, dass selbst die größten Wachstumswerte irgendwann an diesen Punkt gelangen, sind Alphabet (früher Google) und Meta (früher Facebook). Beide Unternehmen galten lange als Inbegriff von Wachstumsaktien, die jeden Dollar in Expansion und Innovation stecken. Doch 2024 gaben beide bekannt, erstmals eine Dividende auszuschütten. Vielleicht ist das der Anfang zweier neuer Dividendenaristokraten – und wer weiß, einige von uns werden es vielleicht nicht mehr erleben, aber eines Tages könnte sich aus diesen Unternehmen sogar ein "Dividendenkönig" entwickeln. Denn so fangen viele an: Erst kleine Ausschüttungen, dann steigende Renditen – bis ein Unternehmen Jahrzehnte später als verlässlicher Dividendenzahler gilt.

Der Hauptvorteil: Man koppelt sich auf lange Sicht von den täglichen Kursschwankungen ab. Während Trader jede Marktschwankung nervös beobachten, konzentrieren sich Dividendenanleger darauf, wie stark die Ausschüttungen wachsen. Ein Unternehmen, das seine Dividende jedes Jahr erhöht, kann langfristig eine echte Ertragsmaschine werden.

Die große Gefahr: Buchgewinne sind nichts wert, wenn der Markt crasht

Kritiker von Dividendenaktien verweisen oft darauf, dass sie zwar stabil sind, aber langfristig nicht die riesigen Buchgewinne von Wachstumsaktien erzielen. Das mag stimmen – aber nur bis zu einem bestimmten Punkt. Denn Buchgewinne sind schön und gut, solange der Markt stabil bleibt. Sobald es aber zu einem großen Crash kommt – sei es durch eine Rezession, eine Finanzkrise oder eine unvorhersehbare geopolitische Eskalation – schmelzen diese Gewinne oft schneller dahin, als man "Verkaufen!" tippen kann.

Wer sich nur auf Kurssteigerungen verlässt, sitzt im Crash oft auf einer Illusion. Wer aber regelmäßige Dividenden kassiert hat, hat sich bereits einen Teil der Gewinne gesichert. Selbst wenn die Kurse fallen, bleiben die vergangenen Ausschüttungen bestehen – und im besten Fall wurden sie bereits günstig reinvestiert. So entsteht ein Schneeballeffekt, der langfristig unabhängiger von den Launen der Börse macht.

Die Steuerfrage: Jetzt oder später?

Ein oft diskutierter Punkt bei Dividenden ist die Steuer. In Deutschland unterliegen Kapitalerträge der Abgeltungssteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Das bedeutet, dass jeder Euro, der als Dividende ausgezahlt wird, direkt um etwa ein Viertel schrumpft.

Wer dagegen Wachstumsaktien hält und Kursgewinne erst später realisiert, kann den Steuerzeitpunkt hinauszögern. Das klingt auf den ersten Blick attraktiv, birgt aber ein Risiko: Niemand kann vorhersagen, wie die Steuergesetze in der Zukunft aussehen werden. Bleibt es bei der Abgeltungssteuer oder steigt sie? Wird es irgendwann Sondersteuern auf Vermögen geben? Und was passiert mit Kapitalerträgen, wenn politische Strömungen in Richtung höherer Umverteilung gehen?

Bis es so weit ist, haben Dividendenanleger bereits reale Gewinne auf dem Konto verbucht und zu den alten Steuersätzen versteuert. Ein Vorteil, den man nicht unterschätzen sollte.

Dividenden sind nicht für jeden – aber für mich die beste Wahl

Es gibt Anleger, die Dividendeninvestments langweilig finden. Kein schnelles Wachstum, keine Raketenaktien, kein Adrenalinrausch. Und ja, es erfordert Geduld. Doch mir gibt das System Sicherheit. Jeden Monat sehe ich, wie meine Dividendeneinnahmen steigen, unabhängig davon, was der Markt gerade macht.

Und um das alles zu tracken, habe ich meinen eigenen Dividenden-Rechner gebaut. Nicht nur für mich, sondern auch für alle anderen, die das Thema interessiert. Rund um diesen Rechner habe ich viele weitere Texte und Tools erstellt, die zeigen, wie man sich ein passives Einkommen mit Dividenden aufbaut und wie sich das Wachstum der Dividenden auf die Zukunft auswirkt. Denn am Ende des Tages ist es genau das, worauf es ankommt: Ein System zu finden, das zu einem passt. Und für mich sind es die stetigen, wachsenden Ausschüttungen, die mir langfristig mehr Sicherheit und Kontrolle über mein Vermögen geben als jeder kurzfristige Hype an der Börse.