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Quellensteuer

Auf ausländische Dividenden wird Quellensteuer fällig, bevor das Geld bei dir ankommt. Hier erfährst du, wie sie funktioniert, was du anrechnen lassen kannst und wann sich eine Rückerstattung lohnt.

Quellensteuer nach Land: Anleitungen

Zu jedem Land gibt es eine eigene Anleitung mit Satz, Formular, Behörde, Frist und Rechenbeispiel.

Was ist die Quellensteuer?

Die Quellensteuer ist eine Steuer, die vom Land des Unternehmens auf Dividenden erhoben wird, bevor sie dir als Anleger ausgezahlt werden. Das bedeutet, dass ein Teil deiner Dividende sofort einbehalten und direkt an das Finanzamt des Landes abgeführt wird. Diese Steuer soll sicherstellen, dass auch Ausländer einen Teil ihres Einkommens im Land des Unternehmens versteuern. Für deutsche Anleger bedeutet dies: Von jeder ausländischen Dividende wird bereits ein bestimmter Betrag abgezogen, bevor die Dividende auf deinem Konto landet.

Welche Auswirkungen hat die Quellensteuer für Dividendenanleger?

Für Dividendenanleger kann die Quellensteuer zunächst ärgerlich erscheinen, da sie den Netto-Betrag deiner Ausschüttungen mindert. Dennoch birgt sie einen entscheidenden Vorteil: Anders als bei reinen Buchgewinnen, die erst beim Verkauf versteuert werden, führt die Dividende zu laufenden Einnahmen, die du regelmäßig erhältst. So kann die Quellensteuer auch als eine Art „Planungssicherheit“ dienen. Denn wenn man Gewinne durch den Verkauf von Aktien erst Jahre später realisiert, ist ungewiss, wie hoch die Steuern dann sein werden. Durch die Dividenden kannst du dir also einen Teil deines Gewinns regelmäßig auszahlen lassen – und das direkt mit einem Teil versteuert.

Wie die Quellensteuer langfristig von Vorteil sein kann

Wie kannst du die Quellensteuer reduzieren oder zurückholen?

Freibeträge und Quellensteuer

Der deutsche Sparerpauschbetrag beträgt 1.000 € für Einzelpersonen und 2.000 € für Paare. Innerhalb dieses Betrages sind Kapitalerträge steuerfrei, inklusive Dividenden. Liegen deine Erträge also unterhalb dieser Grenze, wird die anrechenbare Steuer im Inland nicht weiter erhoben. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die ausländische Quellensteuer bereits abgezogen ist und der Freibetrag nicht die Rückforderung der bereits gezahlten Steuer beeinflusst.

Dividenden und Quellensteuer clever nutzen

Die Quellensteuer kann zunächst wie ein Nachteil wirken, da sie deine Dividenden mindert. Wenn du jedoch die Anrechenbarkeit in Deutschland und die Möglichkeit der Rückerstattung berücksichtigst, kann sich eine Dividendenstrategie trotzdem lohnen. Mit Dividenden erhältst du eine direkte und steuerlich planbare Einkommensquelle, ohne auf unsichere Kursgewinne angewiesen zu sein.

Beispielhafte Quellensteuersätze

Hier eine Übersicht zu den Quellensteuersätzen verschiedener Länder und ob eine Vorabbefreiung oder Erstattung möglich ist:

LandAbzug im LandIn Deutschland anrechenbarErstattbarAnleitung
USA30 % (15 % mit W-8BEN)15 %15 % (nur ohne W-8BEN)USA
Schweiz35 %15 %20 %Schweiz
Frankreich12,8 % bis 25 % (je nach Bank)12,8 %bis 12,2 %Frankreich
Dänemark27 %15 %12 %Dänemark
Schweden30 %15 %15 %Schweden
Norwegen25 %15 %10 %Norwegen
Italien26 %15 %11 %Italien
Spanien19 %15 %4 %Spanien
Österreich27,5 %15 %12,5 %Österreich
Kanada25 %15 %10 %Kanada
Finnland35 %15 %20 %Finnland
Belgien30 %15 %15 %Belgien
Irland25 %nach Berichten keinebis 25 % (EU-Anleger)Irland
Niederlande15 %15 %keineKeine Erstattung nötig
Großbritannien0 %0 %keineKeine Quellensteuer auf Dividenden

Orientierungswerte, Quelle: Angaben des Bundeszentralamts für Steuern (Stand 04/2025, wiedergegeben von extraETF) und Stand 2024 bei Kanada, Niederlanden und Großbritannien; für Frankreich die Praxis laut ING und Nutzerberichten. Sätze und Voraussetzungen ändern sich, prüfe sie vor einem Antrag nach.

Alle Länderanleitungen findest du oben auf dieser Seite.

Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ist weder Anlage-, Steuer- noch Rechtsberatung. Formulare, Fristen und Steuersätze ändern sich; prüfe sie vor einem Antrag bei der jeweiligen Steuerbehörde oder einer Steuerberatung.