Quartalszahlen

CRISPR Therapeutics: Casgevy-Umsatz steigt auf 99 Millionen US-Dollar, der Verlust bleibt
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CRISPR Therapeutics meldet für das dritte Quartal 2026 einen Verlust von 111,4 Millionen US-Dollar. Der Umsatz mit Casgevy wächst, die Kasse liegt bei 2,3 Milliarden US-Dollar.

CRISPR Therapeutics hat im dritten Quartal 2026 einen Nettoverlust von 111,4 Millionen US-Dollar gemeldet, nach 106,4 Millionen im Vorjahresquartal. Zugleich wächst das Geschäft mit der Gentherapie Casgevy: Sie setzte 99 Millionen US-Dollar um, 30 Prozent mehr als im zweiten Quartal und fast das Sechsfache des Vorjahres.
Kurz gesagt (drittes Quartal 2026)
Kern: Casgevy wächst schnell, das Unternehmen schreibt aber weiter Verluste und lebt von seiner Kasse.
- Casgevy-Umsatz: 99 Mio. US-Dollar (+30 % zum Vorquartal)
- Nettoverlust: 111,4 Mio. US-Dollar (Vorjahr 106,4 Mio.), nach neun Monaten 325,5 Mio. (Vorjahr 451,0 Mio.)
- Kasse: 2,3 Mrd. US-Dollar (Jahresende 2025: 2,0 Mrd.)
- Nächste Termine: Studiendaten am 8. und 9. November
Casgevy: schneller Anstieg, aber noch am Anfang
Casgevy wird von Vertex vertrieben und verbucht, CRISPR Therapeutics ist an den Einnahmen beteiligt. Die 99 Millionen US-Dollar sind deshalb der Umsatz des Medikaments insgesamt und gehören nicht allein CRISPR. Sie tauchen auch in der Meldung von Vertex auf und dürfen nicht addiert werden.
Mehr als 750 Patienten weltweit haben die Behandlung begonnen. Casgevy ist in 39 Ländern zugelassen. Seit Juli 2026 dürfen in den USA auch Kinder ab zwei Jahren behandelt werden. In Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain gilt das ebenfalls, in Großbritannien ab fünf Jahren bei schwerer Erkrankung. Der Umsatz der ersten neun Monate 2026 ist etwa doppelt so hoch wie im gesamten Jahr 2025.
Verlust bleibt, Ausgaben steigen
Bei CRISPR selbst kommen aus Casgevy 12,3 Millionen US-Dollar als Umsatz aus der Zusammenarbeit an (Vorjahr null). Dem stehen höhere Ausgaben gegenüber: Die Forschungskosten stiegen auf 71,9 Millionen US-Dollar (Vorjahr 58,9 Millionen), die Verwaltungskosten auf 17,9 Millionen (16,9 Millionen). Dazu kommen 11,7 Millionen für eingekaufte Forschungsrechte, vor allem ein Meilenstein an Sirius. Entlastet wurde das Ergebnis durch geringere Kosten aus der Zusammenarbeit mit Vertex: 41,3 Millionen US-Dollar nach 57,1 Millionen, weil CRISPR nun einen größeren Teil des Casgevy-Umsatzes erhält.
Nach neun Monaten liegt der Verlust mit 325,5 Millionen US-Dollar unter dem Vorjahreswert von 451,0 Millionen.
Genug Geld für die Forschung
Die Kasse beträgt 2,3 Milliarden US-Dollar. Sie liegt über dem Stand vom Jahresende (2,0 Milliarden), weil CRISPR im März Wandelanleihen ausgegeben und dafür netto 585,4 Millionen US-Dollar eingenommen hat. Ohne diesen Erlös ist die Kasse in den ersten neun Monaten um rechnerisch rund 285 Millionen US-Dollar gesunken. Wandelanleihen sind Schulden, die später in Aktien getauscht werden können, was bestehende Aktionäre verwässern kann.
Was als Nächstes kommt
- 8. November: Erste Daten zu Zugo-cel bei systemischer Sklerose auf dem Rheumatologie-Kongress ACR.
- 9. November: Daten der Phase-1b-Studie zu CTX310 beim Herzkongress AHA. Das Mittel soll Blutfettwerte senken. Die US-Behörde FDA hat ihm für zwei Anwendungen den Status "RMAT" gegeben, der den Zulassungsweg beschleunigen kann.
- Zweite Jahreshälfte: Update zu CTX611, einem Mittel zur Gerinnungshemmung, dessen Phase-2-Studie vollständig besetzt ist.
Außerdem hat CRISPR einen neuen Finanzchef: A.J. Silver folgt seit dem 19. Oktober auf Raju Prasad. Eine Prognose für Umsatz oder Gewinn nennt das Unternehmen nicht.
Einordnung
Casgevy zeigt, dass eine Gentherapie auch kommerziell anläuft. Die Zahlen sind für CRISPR aber noch weit davon entfernt, die Kosten zu decken. Die Aktie hängt deshalb stark an den Studiendaten der kommenden Wochen und an der Frage, wie lange die Kasse reicht. Eine Dividende zahlt das Unternehmen nicht.
Quelle: CRISPR Therapeutics, Pressemitteilung zum dritten Quartal 2026 (2. November 2026).
Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ist weder Anlage-, Steuer- noch Rechtsberatung. Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust.