Dividenden-Rechner Aktien-Hub

Analyse

Unilever wird reiner Pflegekonzern: 1,87 Euro Dividende, 6 Mrd. Euro Rückkauf und ein Umbau mit offenen Fragen

$ULVR

Unilever trennt sich von Eis und Lebensmitteln und konzentriert sich auf Pflege. Was der Umbau für Dividende und Aktienrückkäufe bedeutet, wie das dritte Quartal lief und welche Risiken bleiben.

Teilen
Foto zu Unilever PLC: Shelves stocked with rows of hair care products
Foto: FS Cut & Color auf Unsplash

Kurz gesagt

Quartalsdividende: 0,4664 € (+3 % zum Vorjahr) Rendite: gut 3 % bei rund 59,60 €

  1. Dividende: Seit dem zweiten Quartal unverändert bei 0,4664 Euro, das sind rund 1,87 Euro im Jahr. Zur Dividendenpolitik nach dem Umbau hat Unilever bisher nichts Neues gesagt.
  2. Umbau: Das Eisgeschäft ist seit Dezember 2025 abgespalten. Die Lebensmittel gehen bis spätestens Mitte 2027 an McCormick, Unilever erhält 15,7 Mrd. US-Dollar in bar. Übrig bleibt ein Pflegekonzern mit rund 39 Mrd. Euro Umsatz.
  3. Zahlen: Im dritten Quartal wuchs der Umsatz um 5,2 %, die Menge um 2,9 %. Die Jahresziele wurden angehoben. Das Pflegegeschäft wächst schnell, die Lebensmittel stagnieren.

Vom Gemischtwarenladen zum Pflegekonzern

Unilever besitzt viele Marken, die Verbraucher aus dem Alltag kennen: Dove und Axe bei der Körperpflege, Domestos und Omo im Haushalt, Knorr und Hellmann's bei den Lebensmitteln. Das Unternehmen räumt seit zwei Jahren auf. Das Eisgeschäft um Magnum und Langnese wurde im Dezember 2025 als eigene Börsenfirma abgespalten. Ende März 2026 kündigte Unilever an, auch die Lebensmittel mit dem Gewürzhersteller McCormick zusammenzulegen.

Die Eckdaten des Geschäfts laut den Mitteilungen der Unternehmen: Die Lebensmittelsparte wird mit rund 44,8 Milliarden US-Dollar bewertet. Unilever erhält 15,7 Milliarden US-Dollar in bar, außerdem Aktien. Unilever-Aktionäre und Unilever zusammen halten 65 % am gemeinsamen Unternehmen, davon entfallen 9,9 % auf Unilever selbst, die der Konzern mit der Zeit verkaufen will. Die Struktur (Reverse Morris Trust) soll für Unilever und seine Aktionäre in den USA steuerfrei bleiben. Abgeschlossen sein soll alles bis Mitte 2027, vorbehaltlich der Zustimmung der McCormick-Aktionäre und der Behörden.

Für Unilever bleibt ein Unternehmen mit rund 39 Milliarden Euro Umsatz, das ausschließlich Schönheit, Körperpflege und Haushaltsprodukte verkauft. Der Konzern will sich damit auf Bereiche konzentrieren, die schneller wachsen.

Das dritte Quartal: Menge wächst, Lebensmittel bremsen

Am 28. Oktober legte Unilever die Zahlen für das dritte Quartal vor. Der Umsatz stieg um 6,7 % auf 13,3 Milliarden Euro, das zugrunde liegende Umsatzwachstum (ohne Währungs- und Zukaufseffekte) lag bei 5,2 %. Davon kamen 2,9 Punkte aus höheren Absatzmengen und 2,3 Punkte aus höheren Preisen. Unilever begründet die Preiserhöhungen mit gestiegenen Rohstoffkosten.

Unilever: Wachstum im dritten Quartal 2026 nach Geschäftsbereich

Am stärksten wuchs der Haushaltsbereich Home Care mit 9,1 %, davon 5,4 Punkte Menge. Körperpflege legte um 6,3 % zu, Beauty & Wellbeing um 5,7 %. Die Lebensmittel kamen nur auf 0,1 %, bei einem Mengenminus von 1,1 %. Genau dieses Geschäft gibt Unilever ab.

Die Prognose für 2026 hob das Unternehmen an. Das Wachstum soll in der Spanne von 4 bis 6 % liegen, die Menge um mindestens 3 % steigen, für das zweite Halbjahr erwartet Unilever rund 5 %. Die operative Marge soll sich leicht gegenüber den 20,0 % des Vorjahres verbessern. Ausführlich haben wir die Zahlen in unserem Bericht zum Quartal dargestellt.

Der Investor Event: 1 Milliarde Einsparungen bis 2029

Am 4. November stellte Unilever das neue Modell vor, das wir in einem eigenen Artikel beschrieben haben. Die Kernpunkte: Bis Ende 2029 will der Konzern 1 Milliarde Euro durch einfachere Strukturen, neue Prozesse und Technik einsparen. Ein Teil davon gleicht Kosten aus, die nach der Abgabe der Lebensmittel übrig bleiben. Mittelfristig peilt Unilever 4 bis 6 % Umsatzwachstum pro Jahr an, davon mindestens 2 Punkte aus der Menge, dazu eine moderate Verbesserung der Marge. Die Führung wird zum 1. Januar 2027 neu aufgestellt, der Chef für Nordamerika kommt von außen.

Zahlen zu Gewinn oder Marge je Geschäftsbereich nannte die Vorabmeldung nicht. Die Aktie kostete am Mittwoch gegen Mittag rund 58 Euro und am Donnerstag rund 59,60 Euro, bei einer Spanne der letzten 52 Wochen von 46,98 bis 63,39 Euro (Kurse bei Lang & Schwarz laut ad-hoc-news).

Was der Umbau für die Dividende bedeutet

Unilever zahlt vierteljährlich. Die jüngste Quartalsdividende beträgt 0,4664 Euro, das ist so viel wie im zweiten Quartal und 3 % mehr als im dritten Quartal 2025. Auf das Jahr gerechnet sind das 1,87 Euro (eigene Rechnung: vier mal 0,4664 Euro). Beim Kurs von rund 59,60 Euro ergibt sich eine Dividendenrendite von gut 3 %.

Wie sich der Umbau auf die Ausschüttung auswirkt, hat das Unternehmen bisher nicht gesagt. Was bekannt ist:

Was für den Umbau spricht

Das Pflegegeschäft wächst derzeit sichtbar schneller als die Lebensmittel, und der Zuwachs kommt zu einem guten Teil aus höheren Absatzmengen. Das gilt als die gesündere Art zu wachsen, weil Preiserhöhungen irgendwann an Grenzen stoßen. Die Barzahlung von McCormick stärkt die Bilanz, der Rückkauf stützt den Gewinn je Aktie. Das Management hat die Jahresprognose zuletzt angehoben, und ein klarer Fahrplan bis 2029 macht den Fortschritt messbar.

Was dagegen spricht

Worauf wir als Nächstes achten

Das ist eine Einordnung der Zahlen und keine Kaufempfehlung.

Quellen

Dieser Beitrag fasst Unternehmensangaben und Berichterstattung der genannten Quellen in eigenen Worten zusammen. Eigene Berechnungen sind als solche gekennzeichnet. Alle Angaben ohne Gewähr.

Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ist weder Anlage-, Steuer- noch Rechtsberatung. Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust.