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KBV und KUV: Kurs-Buchwert- und Kurs-Umsatz-Verhältnis

Zuletzt aktualisiert: 26. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit

Nicht jedes Unternehmen lässt sich mit dem KGV greifen. Wer Banken, Versicherer oder noch unprofitable Wachstumsfirmen bewerten will, greift zu zwei Verwandten: dem Kurs-Buchwert- und dem Kurs-Umsatz-Verhältnis.

Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)

Das KBV (price-to-book, P/B) vergleicht den Börsenwert mit dem Eigenkapital laut Bilanz, dem Buchwert.

KBV = Aktienkurs ÷ Buchwert je Aktie = Börsenwert ÷ Eigenkapital

BeispielEin Unternehmen hat 5 Mrd. € Eigenkapital bei 500 Mio. Aktien: Buchwert je Aktie 10 €. Die Aktie kostet 12 €. Das KBV beträgt 1,2. Der Markt bewertet das Unternehmen 20 % über seinem Bilanzvermögen.

Ein KBV unter 1 heißt: Die Aktie kostet weniger als das buchhalterische Eigenkapital. Das kann eine Chance sein oder ein Hinweis, dass der Markt den Bilanzwerten misstraut, etwa wegen drohender Kreditausfälle oder überhöhter Immobilienbewertungen.

Wo das KBV gut funktioniert

Wo das KBV in die Irre führt

KBV und Eigenkapitalrendite gehören zusammen

Ein hohes KBV ist nicht schlimm, wenn die Eigenkapitalrendite hoch ist. Als Faustregel zahlt der Markt für Unternehmen, die dauerhaft mehr als ihre Kapitalkosten verdienen, einen Aufschlag auf den Buchwert. Verdient ein Unternehmen weniger, verdient es einen Abschlag.

Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV)

Das KUV (price-to-sales, P/S) vergleicht den Börsenwert mit dem Jahresumsatz.

KUV = Börsenwert ÷ Jahresumsatz

BeispielEin Softwareunternehmen setzt 2 Mrd. € um und ist an der Börse 10 Mrd. € wert: KUV 5. Ein Supermarktkonzern setzt 20 Mrd. € um und ist 10 Mrd. € wert: KUV 0,5. Beide Zahlen sind für sich genommen nicht „billig“ oder „teuer“. Sie spiegeln wider, wie viel von jedem Umsatz-Euro am Ende als Gewinn hängen bleibt.

Die Stärke des KUV: Der Umsatz ist schwerer zu manipulieren als der Gewinn und auch bei Verlustunternehmen positiv. Deshalb taucht es oft bei jungen Wachstumsfirmen auf. Die Schwäche: Es sagt nichts über die Profitabilität. Ein Unternehmen mit 2 % Marge und eines mit 25 % Marge können bei gleichem KUV völlig unterschiedlich viel wert sein.

Für Dividendeninvestoren ist das KUV meist zweitrangig. Nützlich ist es als Gegencheck bei Unternehmen mit schwankenden Gewinnen, wenn man die Bewertung über den Zyklus hinweg vergleichen will, oder bei der Frage, wie viel Marge ein Unternehmen im Vergleich zur Konkurrenz erreicht.

Welche Kennzahl wann?

UnternehmenstypGute Ausgangskennzahl
Stabile Dividendenzahler (Konsum, Industrie)KGV, FCF-Yield
Banken, VersichererKBV bzw. KTBV, Eigenkapitalrendite
REITsKurs/FFO, Kurs/NAV
BDCsKurs/NAV, Nettoertrag
Wachstum ohne GewinneKUV, Bruttomarge, Wachstum
Zyklische RohstoffwerteKGV auf Durchschnittsgewinn, KBV

Eine Übersicht mit weiteren Branchen findest du in Welche Kennzahl für welche Branche?

Häufige Fragen

Was ist ein gutes KBV?

Das hängt von der Branche und der Eigenkapitalrendite ab. Ein KBV unter 1 kann günstig sein, bei Banken aber auch auf Risiken in der Bilanz hindeuten. Unternehmen mit sehr hoher Rendite haben oft ein KBV deutlich über 1.

Was bedeutet ein KBV unter 1?

Die Aktie kostet weniger als das Eigenkapital je Aktie laut Bilanz. Das kann eine Unterbewertung sein oder ein Zeichen, dass der Markt die Bilanzwerte anzweifelt.

Warum ist das KBV bei manchen Aktien negativ oder verzerrt?

Wenn Unternehmen durch Rückkäufe oder Verluste ihr Eigenkapital stark abbauen, kann der Buchwert klein oder negativ werden. Dann taugt das KBV nicht mehr zum Vergleich.

Wann nutzt man das KUV?

Bei Unternehmen ohne oder mit stark schwankenden Gewinnen, etwa jungen Wachstumsfirmen. Es sollte immer mit der Marge und dem Umsatzwachstum zusammen gelesen werden.

Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ist weder Anlage-, Steuer- noch Rechtsberatung. Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust. Die Zahlenbeispiele sind frei gewählt und keine Prognose.