EBIT und EBITDA einfach erklärt
EBIT und EBITDA tauchen in fast jedem Analystenbericht auf. Mit den beiden Kennzahlen vergleichst du Unternehmen ohne Verzerrung durch Zinsen, Steuern und Abschreibungen.
Die Begriffe
- EBIT (Earnings Before Interest and Taxes): Ergebnis vor Zinsen und Steuern, also das operative Ergebnis.
- EBITDA (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization): zusätzlich vor Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Werte.
Formeln
EBIT = Umsatz − Betriebskosten (inklusive Abschreibungen)
EBITDA = EBIT + Abschreibungen
Warum man sie nutzt
Zwei Unternehmen können unterschiedlich finanziert sein, in verschiedenen Ländern Steuern zahlen und ihre Investitionen unterschiedlich abschreiben. EBIT und EBITDA blenden diese Unterschiede aus und zeigen die Ertragskraft des laufenden Geschäfts. Das macht Vergleiche innerhalb einer Branche leichter.
Beispiel
Ein Netzbetreiber hat 5 Mrd. Euro Umsatz und 3,5 Mrd. Euro Betriebskosten ohne Abschreibungen. Die Abschreibungen betragen 0,8 Mrd. Euro. EBITDA = 1,5 Mrd. Euro, EBIT = 0,7 Mrd. Euro. Die Marge liegt je nach Definition bei 30 % oder 14 %.
Typische Anwendungen
- Marge: EBIT geteilt durch Umsatz zeigt die operative Marge.
- Verschuldung: Nettoschulden geteilt durch EBITDA ist eine verbreitete Kennzahl, siehe Verschuldung bewerten.
- Unternehmenswert: EV/EBITDA setzt den Gesamtwert des Unternehmens (Marktwert plus Nettoschulden) ins Verhältnis zum EBITDA. Das ist bei Übernahmen und Branchenvergleichen üblich.
Grenzen
- Abschreibungen sind echte Kosten. Wer Maschinen, Netze oder Filialen ersetzen muss, kann die Abschreibung nicht ignorieren. Bei kapitalintensiven Branchen ist das EBITDA daher geschönt.
- Kein Cashflow. Investitionen, Steuern, Zinsen und Veränderungen im Umlaufvermögen fehlen. Für die Dividende zählt der Free Cashflow.
- Keine einheitliche Definition. Unternehmen bereinigen EBITDA unterschiedlich. Prüfe die Überleitungstabelle im Bericht.
Faustregel für Dividendenanleger
Nutze EBIT für die Profitabilität, EBITDA für den Schuldenvergleich und den Free Cashflow für die Frage, ob die Dividende bezahlt werden kann. Alle drei zusammen ergeben ein stimmigeres Bild als eine Kennzahl allein.
Häufige Fragen
Ist EBITDA immer höher als EBIT?
Ja, außer die Abschreibungen sind null. Der Unterschied ist die Summe der Abschreibungen.
Was ist EBITA?
Eine Zwischenform: Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Werte, ohne die auf Sachanlagen.
Kann das EBITDA negativ sein?
Ja, bei jungen oder angeschlagenen Unternehmen. Für Dividendenwerte ist ein stabil positives EBITDA Grundvoraussetzung.
Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ist weder Anlage-, Steuer- noch Rechtsberatung. Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust. Die Zahlenbeispiele sind frei gewählt und keine Prognose.